Tobias Scheible Cyber Security & IT-Forensik Dozent
PC Arbeitsplatz

TeamViewer unter Ubuntu ohne Monitor

TeamViewer ist ein super Tool, mit dem sehr einfach ein Fernzugriff auf ein Ubuntu System realisiert werden kann. Sobald allerdings kein Monitor angeschlossen ist, wir nur eine kleine Standardauflösung verwendet, die nicht geändert werden kann. Mit einem virtuellen Monitor hingegen kann eine andere Auflösung gewählt werden.

Sonntag, 09. Mai 2021
2 Kommentare

TeamViewer ist eine Software, um aus der Ferne auf einen Rechner zu zugreifen. Durch die kostenlose Nutzung für den privaten und nicht-kommerziellen Bereich ist sie sehr beliebt und weit verbreitet. Die Anwendung ist eine deutsche Erfolgsgeschichte, wobei die Firma in Göppingen (BaWü) angesiedelt ist. TeamViewer ist als Anwendung für viele verschiedene Plattformen und Betriebssysteme verfügbar.

TeamViewer läuft auch bestens unter Ubuntu. Ist beim Start allerdings kein Monitor angeschlossen, kann es zu Problemen kommen. Dies kann mit einer Dummy Display Konfiguration gelöst werden. Wodurch zum Beispiel im Anschluss eine Full HD-Auflösung verwendet werden kann.

Konfiguration

Grub

Im ersten Schritt sollte, noch mit angeschlossenem Monitor, die Bootoptionen nomodeset hinzugefügt werden, da einige Grafikkarten von den Kernelmodulen nicht richtig unterstützt werden. Bei einem Start ohne Monitor bleibt der Bildschirm schwarz. Dazu muss die Konfigurationsdatei „grub“ mit Root-Rechten bearbeitet werden.

$ sudo vim /etc/default/grub
Software

Nach dem Neustart wird das eigentliche Softwarepaket xserver-xorg-video-dummy installiert:

$ sudo apt install xserver-xorg-video-dummy -y
xorg.conf

Als Nächstes wird die Konfigurationsdatei xorg.conf angelegt bzw. bearbeitet:

$ sudo vim /usr/share/X11/xorg.conf.d/xorg.conf

Dort wird der folgende Inhalt eingetragen um eine virtuelle Full HD-Auflösung zu erreichen:

Section "Monitor"
  Identifier "Monitor0"
  HorizSync 28.0-80.0
  VertRefresh 48.0-75.0
  Modeline "1920x1080_60.00" 172.80 1920 2040 2248 2576 1080 1081 1084 1118 -HSync +Vsync
EndSection
Section "Device"
  Identifier "Card0"
  Driver "dummy"
  VideoRam 256000
EndSection
Section "Screen"
  DefaultDepth 24
  Identifier "Screen0"
  Device "Card0"
  Monitor "Monitor0"
  SubSection "Display"
    Depth 24
    Modes "1920x1080_60.00"
  EndSubSection
EndSection

Nach einem Neustart kann der (reale) Monitor entfernt werden. Beim Zugriff mit TeamViewer kann das System jetzt ohne externen Monitor mit einer Full HD-Auflösung genutzt werden. Diese Konfiguration wird auch als TeamViewer Headless bezeichnet.

Sollte das System weiterhin noch abwechselnd mit und ohne Monitor betrieben werden, kann es zu Problemen kommen. Hier kann ein kleines Script weiterhelfen, das die Einträge in die Konfigurationsdatei hinzufügt oder sie wieder löscht.

Alternative

Die oben beschrieben Lösung funktioniert unter Ubuntu einwandfrei, allerdings wird der Treiber der Grafikkarte nicht mehr verwendet. Dies kann in Szenarien, bei denen eine Hardwareunterstützung wichtig ist, nachteilig sein. Hier können Hardware-Stecker weiterhelfen, die einen angeschlossenen Monitor simulieren. Diese werden in den üblichen Online-Shops mit den Bezeichnungen „HDMI-Dummy-Stecker“, „HDMI Dummy Plug“, „DisplayPort Emulatoren“ oder „DisplayPort Fake Stecker“ günstig angeboten. Sie werden ohne die obige Konfiguration einfach angeschlossen und im System kann dann, wie üblich, eine beliebige Auflösung ausgewählt werden.

Über Tobias Scheible

Tobias Scheible

Hallo, mein Name ist Tobias Scheible. Ich bin begeisterter Informatiker und Sicherheitsforscher mit den Schwerpunkten Cyber Security und IT-Forensik. Mein Wissen teile ich gerne anhand von Fachartikeln hier in meinem Blog. Als Referent halte ich Vorträge und Workshops für Verbände und Unternehmen u. a. auch offene Veranstaltungen für den VDI und die IHK.

Kommentare

Felix am 19. Juni 2021 um 15:01 Uhr

Die beschnittene Performance ohne Hardware-Beschleunigung macht sich dann gerne an den GNOME-Animationen bemerkbar. Für ein flüssigere Arbeiten mit mehreren Fenstern empfehle ich noch zusätzlich, diese auszuschalten. Unter Ubuntu 20.04 bspw. mit folgendem Befehl möglich:

gsettings set org.gnome.desktop.interface enable-animations false

LG

Tobias am 29. Juni 2021 um 20:47 Uhr

Dankeschön für die Ergänzung

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